*** UPDATE: Seit der Produktion unseres Audioguides Anfang 2013 hat das DHM seine Dauerausstellung umgestaltet. Wir haben darauf reagiert. Weiter lesen...

Kolonialgeschichte im DHM – Ein kritischer Audioguide

Die Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums (DHM) versammelt beeindruckende 8.000 Exponate zur "Geschichte von Deutschen und Europäern". Die Geschichte des deutschen Kolonialismus ist darin allerdings fast unsichtbar: Im umfangreichen Abschnitt, der sich dem deutschen Kaiserreich widmet, findet sie lediglich in einer versteckten Vitrine Erwähnung. Deutsche Kolonialgeschichte wird damit von allen anderen Entwicklungen abgetrennt, die in der Ausstellung dargestellt werden – als gäbe es zwischen Kolonialismus und Populärkultur, Reichstagsdebatten oder Wissenschaften keinen Zusammenhang. Tatsächlich bestanden aber vielfältige Verbindungen zwischen diesen Phänomenen. Dass die deutsche Kolonialgeschichte zudem eine äußerst gewaltvolle war, blendet das Museum ebenfalls weitgehend aus.

Versteckt hinter einer Glasvitrine und unter einer Treppe - Der "Kolonialkasten" im DHM
Der "Kolonialkasten" im DHM

Unser Anliegen ist es, diese problematische Darstellung des Kolonialismus in der Dauerausstellung des DHM zu beleuchten und andere Perspektiven zu eröffnen. Wir möchten die vielfältigen Verbindungen zwischen dem, was als deutsche Geschichte und was als Kolonialgeschichte gedacht wird, hör- und sichtbar machen. Dabei gehen wir den Geschichten kolonisierender wie kolonisierter Gesellschaften und Personen nach.

 

Unser Audioguide erinnert daran, dass Deutschland Kolonialreich war und damit auf eine Geschichte von kolonialer Gewalt, kolonialem Rassismus und wirtschaftlicher Ausbeutung zurückblickt, die auch die aktuelle Gesellschaft prägt. Er lädt dazu ein, kritisch darüber nachzudenken, wie die Geschichte des deutschen Kolonialismus in der Öffentlichkeit behandelt wird und warum sie so wenig präsent ist.

 

Der Audioguide ist kostenlos zugänglich. Einfach auf MP3-Player oder SmartPhone runterladen, Knopf ins Ohr und ab ins DHM!